MAZ 17.10.2007
Ortsverein will alte Treppe freilegen
Hoffnung auf Fördergelder für Tremsdorfs frühere Schule
TREMSDORF Der Tremsdorfer Ortsverein will sich beim Denkmalschutz des Landkreises erneut um Fördermittel für die Sanierung der alten Schule bemühen. Vereinschef Jaromir Schneider kündigte an, dass mit dem Geld – so es gewährt wird – unter anderem die alte Treppe im denkmalgeschützten Haus wieder freigelegt werden soll. "Wir vermuten, dass sich unter der jetzigen Treppe noch das Original befindet", sagte er der MAZ.
Der Verein, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, die alte Schule in Tremsdorf zu neuem Leben zu erwecken, hofft auf etwa 5000 Euro von Potsdam-Mittelmarks Denkmalbehörde. Etwa 2150 Euro vom nötigen Eigenanteil wollen die Vereinsmitglieder selbst durch eigenes Anpacken aufbringen, 500 Euro sponsern Handwerker. Die dann noch benötigten 2560 Euro würde die Gemeinde Nuthetal übernehmen. Mit den insgesamt 10 200 Euro sollen außerdem der Fußboden und die Eingangstür in dem Gebäude restauriert werden. Im Eingangsbereich wollen die Sanierer den Originalrahmen wieder aufarbeiten und die Jalousien zurückbauen.
Die alte Schule in Tremsdorf wurde 1853 errichtet, war zwischenzeitlich auch schon eine Kita und eine Gaststätte und steht seit dem Jahre 2000 leer. Vor zwei Jahren machten sich die Akteure vom Ortsverein an die Arbeit, um das Haus mit dem dahinter liegenden Stall vor dem Verfall zu retten. In die alte Schule sollen eine Käserei und ein Hofladen einziehen. Die Konturen sind bereits zu erkennen, die Teeküche ist sogar schon eingerichtet.
Die Retter der alten Schule hoffen, dass spätestens im Frühjahr 2008 Käserei und Hofladen öffnen können. In der Käserei hat dann Landwirtin Alena Engler den Hut auf. Die dazugehörige Ziegenherde ist bereits kräftig gewachsen und zählt inzwischen etwa 50 Tiere. Der erste Ziegenkäse wurde auch schon produziert – daheim bei Ortsvereinsmitgliedern. Der Käse hat die Prüfung bestanden und wurde für gut befunden. Im besagten Hofladen soll der Kunde Milch und Ziegenkäse, frische Eier sowie Obst und Gemüse aus Tremsdorfer Gärten kaufen können. Wer nach der Eröffnung in den Hofladen tritt, kann dann auch einen Blick in die Käserei werfen, obwohl sie eigentlich nicht betreten werden darf – das verbieten die Hygienebestimmungen. Transparenz schafft in Tremsdorf eine Wand aus Glas, die den Blick in die Käserei frei .
In der linken Gebäudehälfte der alten Schule soll ein Vereinsraum entstehen, in dem dann unter anderem die Chronikabende wieder aufleben können, bei denen auch Filme zu sehen sein werden, die im Ort spielen oder von Tremsdorfern gedreht wurden.
Der Zukunftstraum ist komplett, wenn eines Tages auch das Dachgeschoss der einstigen Schule ausgebaut ist und sich dort zwei Wohnungen befinden, die zum Beispiel von Feriengästen oder dem Hofladenbetreiber genutzt werden können. jst
MAZ 26.07.2007
Die Mühen der Ebene
Sanierung der alten Schule in Tremsdorf geht voran, wenn auch langsam
JENS STEGLICH
TREMSDORF Wer schon einmal ein altes, denkmalgeschütztes Haus saniert hat, weiß von den Schwierigkeiten, die oft erst während der Arbeiten auftauchen. Diese Erfahrung machen derzeit auch die Akteure des Tremsdorfer Ortsvereins, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die alte Schule im Ort, 1853 erbaut, zu neuem Leben zu erwecken. "Immer wieder kommen unvorhergesehene Dinge zum Vorschein, die Zeit kosten", sagt Angela Schneider vom Ortsverein. Da erweist sich beispielsweise der Fensterrahmen in der künftigen Käserei als völlig durchgefault und muss ersetzt werden. Oder es zeigen sich bei genauerer Untersuchung eine Menge Holzwürmer in den Rändern der alten Dielen im geplanten Hofladen.
Die will man trotzdem erhalten, schließlich gilt es denkmalgerecht zu sanieren. Bei den besagten Holzdielen sollen nun die wurmbefallenen Ränder abgeschnitten werden. Während der Aufarbeitung treten zunächst normale Holzplatten an die Stelle der Originale, bevor die dann schmaler gewordenen Alt-Dielen wieder verlegt und mit neuen Brettern ergänzt werden.
Trotz der Mühsal, die mit der schrittweisen Sanierung verbunden ist, kann die Grundaussage weiter optimistisch bleiben: An der alten Schule in Tremsdorf geht es langsam voran, aber es geht voran. Die Konturen von Käserei und Hofladen, die in die frühere Schule einziehen sollen, sind bereits zu sehen, die Teeküche ist sogar schon eingerichtet. Angela Schneider hofft, dass spätestens im Frühjahr 2008 Käserei und Hofladen öffnen werden. Eigentlich will man versuchen, es bis zum Herbst dieses Jahres zu schaffen. Aber mit solchen Terminvorhersagen sind die Retter der alten Schule vorsichtig geworden. Wer weiß schon, welche Hürden noch warten.
Es gab aber auch einige gute Nachrichten zu vermelden. So bekam der Ortsverein vom Landfrauenverband Fördergelder für die Einrichtung von Hofladen und Teeküche. Und für die Sanierung des Daches des dahinter liegenden Stalles, der zum geschützten Ensembles dazu gehört, es 8000 Euro vom Denkmalschutz des Kreises. Weitere 7000 Euro steuert die Gemeinde Nuthetal bei, und der Tremsdorfer Ortsverein will selbst mehrere Tausend Euro über Eigenmittel und Sponsorenhilfe aufbringen. Mit der Sanierung des Stalldaches soll im Herbst begonnen werden. Ortsverein und Feuerwehr wollen einige der Arbeiten in Eigenleistung erbringen und auch die Saarmunder Architektin Sonja Lieberwirth wird kostenfrei arbeiten – eine der Sponsorengaben, die Geld sparen helfen.
Ist das Dach wieder in Ordnung, könnten in den Stall Hühner einziehen. So schwebt es jedenfalls den Ideengebern vor. Soll es doch im Hofladen neben Milch und Ziegenkäse aus der Käserei sowie dem Obst und Gemüse aus Tremsdorfer Gärten auch frische Eier geben. Den Hofladen wollen zunächst Ortsvereinsmitglieder selbst führen. Die Einnahmen aus dem Verkauf sollen mit in die Sanierung der alten Schule fließen, die zwischenzeitlich auch schon Kita und Gaststätte war und seit dem Jahr 2000 leer steht. Auf längere Sicht, wenn der Laden gut angelaufen ist, soll er aber an einen Geschäftsbetreiber – möglichst einer aus dem Ort – vermietet werden, sagt Angela Schneider.
Wer nach der Eröffnung den Hofladen betreten wird, kann auch einen Blick in die Käserei werfen, obwohl sie eigentlich nicht betreten werden darf – so schreiben es die Hygiene-Bestimmungen vor. Transparenz wird in Tremsdorf durch eine Wand aus Glas geschaffen, die den Blick in die Käserei frei. Geplant ist auch, dass Schulklassen die Käse-Produktion kennenlernen können. In der Käserei hat dann Landwirtin Alena Engler den Hut auf. Die dazugehörige Ziegenherde ist bereits kräftig gewachsen und zählt inzwischen 50 Tiere. Sie dürfen bald auch im Naturpark Nuthe-Nieplitz weiden. Zwischen der Landwirtin und dem Naturpark wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet. Acht Hektar Wiesenland sollen künftig von den Tremsdorfer Ziegen abgegrast werden. Der erste Ziegenkäse wurde auch schon produziert – zuhause bei Ortsvereinsmitgliedern. "Er hat die Prüfung bestanden und wurde für gut befunden."
Die inhaltliche Arbeit des Ortsvereins, der 2006 mit einigen bemerkenswerten Veranstaltungen die Rettung der alten Schule einläutete, ruht wegen der Sanierung in diesem Jahr jedoch. Ist der geplante Vereinsraum in der linken Gebäudehälfte fertig, werden dort u.a. die Chronikabende wieder aufleben, bei denen auch Filme zu sehen sind, die im Ort spielen oder von Tremsdorfern gedreht wurden.
Der Tremsdorfer Zukunftstraum ist indes erst komplett, wenn eines Tages auch das Dachgeschoss der einstigen Schule ausgebaut ist und sich dort zwei Wohnungen befinden, die für Feriengäste oder für den Hofladenbetreiber gedacht sind. Wann das sein wird, will Angela Schneider lieber nicht prophezeien. Es warten schließlich noch ein hartes Stück Arbeit und wahrscheinlich auch einige Überraschungen, von denen heute noch keiner weiß.
Das Vorhaben der Tremsdorfer hat eine lange und engagierte Vorgeschichte: (Presseauszüge)
MAZ 13.04.07
Geld für Werder und Tremsdorf
Landkreis will 220 000 Euro zur Rettung von Denkmalen einsetzen
Der Landkreis Potsdam-Mittelmark will in diesem Jahr insgesamt 220 000 Euro einsetzen, um denkmalgeschützte Bauten vor dem Verfall zu bewahren. (...) Beispiel: Das denkmalgeschützte Ensemble rund um die alte Schule in Tremsdorf. Für die Instandsetzung des maroden Daches am Stallgebäude sollen in diesem Jahr 8000 Euro vom Kreis fließen. Die Gemeinde Nuthetal will 7000 Euro geben, weitere 8000 Euro versucht der Tremsdorfer Ortsverein durch Eigenleistungen und Sponsorenhilfe aufzubringen. Laut Ortsvereinschef Jaromir Schneider soll zum Beispiel die Aufstellung des Gerüstes gesponsert werden. Auch ein Zimmermann, der die Arbeiten anleitet, will helfen. (...) jst