Erfolgreiche Initiative schafft Proberäume für Musikbands im Rehbrücker Gewerbegebiet
Wicklein und Zeeb loben Engagement und Eigeninitiative
Jeden
Abend treffen sich in früheren Büroräumen im Rehbrücker Spezialbaugelände
junge Leute, um gemeinsam Musik zu machen. Zu verdanken haben sie das einer
neuen Musikerinitiative, die auf der Suche nach Proberäumen fündig wurde
und jetzt auch weiteren Gruppen Proberäume vermitteln kann.
Bild: Hannes Grey (1.v.l.), Wicklein (2.v.l.) und Zeeb (4.v.l.) bei der Scheckübergabe in den Proberäumen. Mit dabei Juliane Ebersbach (2.v.r.) und Anne-Katrin Schrader (1.v.r.) vom Nuthetaler Jugendparlament
SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein und die Nuthetaler SPD-Chefin Monika Zeeb zeigten sich bei einem Besuch vor Ort sehr angetan von dem Engagement der Musikerinitiative. „Es einfach zu wenige bezahlbare Proberäume für Musikbands in Potsdam und Umgebung“, sagte Wicklein. „Ich finde sehr gut, dass hier junge Leute selbst Initiative ergriffen haben und viele andere mit einbeziehen.“
Angestoßen hatte das Projekt der Potsdamer Hannes Grey. Er spielt in einer der Bands, die früher im Keller des Nuthetaler Mehrgenerationenhauses proben konnten. Bei den immer häufigeren Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus wurden aber die Bands zunehmend zu einem Störfaktor. Deshalb mussten die Musiker Anfang des Jahres den Keller räumen.
Grey und seine Mitstreiter wurden auf der Suche nach Ersatz im nahen Gewerbegebiet fündig. Jetzt ist daraus ein größeres Projekt entstanden, da mehrere Räume zur Verfügung stehen, die sich zwei oder auch drei Bands teilen können. Die Nachfrage ist groß. Hannes Grey ist deshalb zu einem halben Projektmanager geworden. „Jeden zweiten Tag rufen Interessierte an“, sagte er. „Wir verabreden Besichtigungen, tauschen Kontaktdaten aus, klären Dinge mit dem Vermieter, melden zurück usw.“ Aber das lohne sich. Man könne sich mit vielen Bands und verschiedenen Musikrichtungen austauschen und arbeite auch an gemeinsamen Auftrittsmöglichkeiten. Sechs Bands sind bereits eingezogen, vier weitere bereiten ihren Einzug vor. Für jeden Raum werden eigene Mietverträge geschlossen, die monatliche Warmmiete liegt pro Band zwischen 80 und 90 Euro.
Bevor neue Bands aber loslegen können, müssen sie ihre Räume so umbauen, dass sich die Gruppen gegenseitig nicht stören. „Bei uns entstehen leicht 120 oder 130 Dezibel,“ erklärte Mitstreiter Robert Fast, dessen Band in ihrem Raum zwei Wände mit Steinwolle und Rigipsplatten verkleidet hat. Auch Türen und Fenster müssen gedämmt werden. Für die Schalldämmungsmaßnahmen ist jede Unterstützung willkommen, denn das Material kostet. „Die meisten bei uns sind noch in der Ausbildung und haben nicht so viel Geld“, sagte Hannes Grey.
Andrea Wicklein überreichte deshalb als Kostenzuschuss einen Scheck über 150 Euro, die Nuthetaler SPD-Vorsitzende Monika Zeeb stockte diesen Betrag um dieselbe Summe auf. „Ich bin sehr froh, dass wir in Nuthetal jetzt solche Räume haben“, erklärte Zeeb. „In der Vergangenheit musste unser Jugendclub immer wieder Anfragen von jungen Leuten aus Nuthetal abweisen, weil es einfach keine Räume gab.“
Wer Kontakt aufnehmen oder die Initiative sponsern will, kann sich an den Nuthetaler Jugendclub Brücke e.V. wenden, Tel. 033200 82750.