Informationen aus erster Hand
Staatssekretär Rainer Bretschneider zum Stand der Planungen zu den künftigen Flugrouten für den Flughafen BBI Schönefeld
Das Informationsbedürfnis der zahlreich erschienenen Nuthetaler war groß. Schließlich vergeht derzeit fast kein Tag ohne ausführliche Presseberichte über die Spekulationen zu den zukünftigen Flugrouten des BBI Schönefeld und zu teilweise lautstarken Protesten in Stahnsdorf, Kleinmachnow und anderen Gemeinden in der Region. Mancher Teilnehmer der Veranstaltung kam deshalb auch mit dem unguten Gefühl, dass sich am Ende diejenigen Bürgerinnen und Bürger durchsetzen könnten, die am lautesten protestieren würden. - z.B. in Berlin oder Kleinmachnow.
Staatssekretär Rainer Bretschneider vom Landesinfrastrukturministerium wurde deshalb nach seinem informativen Vortrag zum Stand der Planungen mit zahlreichen Fragen konfrontiert. Und er musste sich mancher Kritik stellen, die eigentlich an die Bundesseite zu richten wäre, denn ein Vertreter der für die Flugroutenvorschläge im Verantwortungsbereich von Bundesministers Ramsauer zuständigen Deutschen Flugsicherung war leider nicht erschienen.
Viele der Fragen konnten am Abend beantwortet werden und Bretschneider gelang es sogar, manche Befürchtung auszuräumen: So stellte der Staatssekretär zum Beispiel klar,
-- dass die Flugrouten für den Flughafen BBI Schönefeld noch nicht festgelegt seien, auch nicht in dem vom Land verantworteten Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau
--
dass die Festlegung der Routen wohl frühestens in einem Jahr erfolgen wird und die Deutsche Flugsicherung ihre vor einigen
Wochen veröffentlichten Varianten (Bilder rechts,
anklicken vergößert!) wieder zurückgezogen hat
-- dass das Bundesrecht weder der Landesregierung noch den Kommunen besondere Mitwirkungsrechte bei der Routenfestlegung verleiht; dies werde die Landesregierung aber nicht hindern, ihre Position - für möglichst viele Menschen möglichst wenig Lärm zu erreichen - einzufordern und auf exakte Berechungen dringen werde
--
dass Nuthetal nach allen vorliegenden Fachstudien unabhängig von den
künftigen
Routen keinem gesundheitsschädlichen Lärm ausgesetzt
sein werde; dass er aber umgekehrt auch keine Hoffnung machen könne, dass
irgend eine Routenfestlegung die z.T. heute schon auftretenden lästigen
oder störenden Geräusche der Maschinen vermeide
(Bilder rechts: Ab- und Anflugrouten "heute" - Anklicken
vergrößert!)
-- das die Landesregierung fest am "Nachtflugverbot" zwischen 24.00 Uhr und 5.00 festhalte und auch an den Restriktionen zwischen 22.00 Uhr und 24.00 sowie zwischen 5.00 und 6.00 Uhr.
Letztere Aussage ging manchen Teilnehmern allerdings nicht weit genug, sie forderten ein absolutes Flugverbot bereits ab 22.00 bzw. bis 6.00. Die Wirtschaftlichkeit des Flughafens habe hier uneingeschränkt hinter dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung zurückzutreten. Diese Forderung stieß allerings auch im Publikum z.T. auf Kopfschütteln und es war die Auffassung zu vernehmen, dass sich ein Flughafen in der Hauptstadtregion ein solches Verbot einfach nicht leisten könne. Manch einer der Kritiker kam vielleicht auch ins Nachdenken, als Staatssekretär Bretschenider die Zahl der in diesen Stunden maximal zugelassenen Flüge erläuterte und darauf hinwies, dass die Spitzen vor allem zu Beginn der Ferienzeiten auftreten könnten.
Alles
in allem ein informativer Abend mit sachlicher Diskussion und einigen
Neuigkeiten. Für manchen Besucher z.B. auch die Tatsache, dass im
Internet heute schon alle An- und Abflüge mit Flughöhe und dem
Flugzeugtyp nachverfolgt werden können - mit einer Verzögerung von ca.
15 Minuten. (Bild rechts: Musterbild Abflüge - anklicken vergößert!):
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PNN