Erweiterung der Anne-Frank-Kita jetzt angehen
Der Kita-Sonderausschuss hat in seiner Sitzung Mitte
Mai auf Antrag der SPD mit den Stimmen des Saarmunder Ortsvorstehers Kurt
Kühne (SPD), der Sozialausschussvorsitzenden Monika Zeeb (SPD) und von Bürgermeister
Gerhard Ling (CDU) empfohlen, die Erweiterung der Anne-Frank-Kita jetzt
zügig anzugehen(
Plan). Am 22. Juni wird die Gemeindevertretung darüber entscheiden (
Antrag
SPD).
Inzwischen steht fest, dass kein freier Träger für die fehlenden 40 Kita-Plätze einspringen wird. Für den wirtschaftlichen Betrieb einer neuen Kita sind 40 Plätze einfach zu wenig.
Die Empfehlung des Kita-Sonderausschusses steht allerdings auf wackligen Füßen. Denn stimmberechtigte Mitglieder der anderen Fraktionen (Linke, Grüne, FDP) waren dort nicht erschienen.
Anwesend waren aber viele Eltern von Saarmunder Grundschülern. Sie wollen nicht, dass ihre Räume für Bergholz-Rehbrücker Krippenkinder in Beschlag genommen werden. Denn die Grundschule Saarmund hat fast ein Jahr lang auf ihre Freizeiträume verzichtet. Dort waren die Kinder der schimmelgeschädigten Anne-Frank-Kita untergebracht. „Wir sind stolz auf das Konzept der Schule," erklärte Elternsprecherin Sylvia Böhm, „und wir wollen, dass der Freizeitbereich wieder für unsere Kinder zur Verfügung steht.“ Nach der großzügigen Übergangshilfe für die Rehbrücker Krippenkinder fühlt sich die Schule regelrecht verschaukelt. Gerhard Ling verlas ein entsprechendes Schreiben aller Klassenelternsprecher. Darin heißt es: „Leider haben wir nun erfahren, dass Sie weiterhin eine anderweitige Nutzung in Erwägung ziehen. Hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir darüber sehr empört sind und Sie keine stillschweigende Akzeptanz von unserer Seite erwarten dürfen."
Derweil warten in Bergholz-Rehbrücke viele Familien auf Krippenplätze. Nach den Warte- und Anmeldelisten der Anne-Frank-Kita werden über 30 Kinder auch beim Schulwechsel im Herbst keinen Platz bekommen.
Zu ihnen gehören die Zwillinge der Familie Bartel. Heike Bartel ist ausgebildete Erzieherin und Heilpädagogin. Sie würde gerne nach zweijähriger Elternzeit ihre Arbeitsstelle wieder antreten und ihre Kinder in der Anne-Frank-Kita unterbringen. Daraus wird aber nichts werden. Denn andere Kinder auf der Warteliste haben Vorrang. Sie wird weiter warten und hofft, dass doch noch irgendwann Plätze frei werden. „Ich bin sicher kein ganz dringender Fall“, sagt sie selbst. „Meine Stelle läuft nicht davon und wir werden es verkraften. Aber es ist schade, dass ich den Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit nicht so gestalten kann, wie ich es mir selbst wünsche.“
Im Haushalt sind für die Erweiterung der Anne-Frank-Kita 400.000 Euro bereitgestellt. Es ist zu wünschen, dass nach über einem Jahr Sonderausschuss die Gemeindevertretung dieses Geld jetzt bestimmungsgemäß frei.