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Schnappschüsse aus Nuthetal

Bericht von der Veranstaltung Kurze Beine – Kurze Wege am 16.6.2010

Die Eltern, die sich im Turnraum der Kita „Anne Frank“ zusammengefunden hatten, waren sich weitgehend einig: Sie wollen Kitaplätze für ihre Kinder in Bergholz-Rehbrücke.

Zunächst hatten Monika Zeeb und Katrin Krumrey die Fakten und die Anträge vorgestellt, die der Gemeindevertretung zur Entscheidung vorliegen. Danach werden in Saarmund im Herbst alle Kinder, die dort Aufnahmeanträge gestellt haben, Plätze finden. Der Freizeitbereich der Saarmunder Grundschule ist ebenfalls ausgelastet, aber nicht überfüllt.

In Bergholz-Rehbrücke ist die Anne-Frank-Kita ab August mit 227 Krippen-  und Kindergartenkindern am Ende der Kapazitätsgrenze. Das ganze vergangene Jahr über bestanden Wartelisten. Trotzdem bleiben 22 Familien aus Bergholz-Rehbrücke ohne Platz, die bis Dezember 2010 einen Krippenplatz für ihre Kinder suchen. Auf den Anmeldelisten stehen weitere 11 Krippenkinder aus Rehbrücke, die bis Mai 2011 einen Platz suchen. Wenn nichts geschieht, werden auch sie wieder bis zum Schulwechsel im Herbst warten müssen. Der Hort an der Otto-Nagel-Schule, der bisher wegen Platzmangels schon mit Ausnahmegenehmigung für über 30 Kinder läuft, wird ab August 16 Kinder zusätzlich bekommen und dann für fast 50 Kinder Ausnahmegenehmigungen brauchen.

Der Landkreis prognostiziert, dass die Kinderzahlen in den nächsten zehn Jahren steigen werden. Im Jahr 2018 sollen danach insgesamt 1078 Kinder unter 12 Jahren in Nuthetal wohnen; derzeit sind es 916 Kinder. Aufgrund des demografischen Wandels werde allerdings die Zahl der Krippen- und Kindergartenkinder sinken, die Zahl der Hortkinder jedoch steigen. Die SPD setzt auf die Erweiterung der Kita „Anne Frank“ (Plan), die anderen Fraktionen wollen circa 15 zusätzliche Plätze in Saarmund schaffen und dort den Küchentrakt aufstocken. Weitere 15 Plätze sollen durch Umbau der Räume der Akademie 2. Lebenshälfte geschaffen werden. Falls dann noch Bedarf bestehe, solle er über Tagesmütter abgedeckt werden.

Die Eltern aus Bergholz-Rehbrücke fanden die Aufstockung in Saarmund nicht überzeugend. Viele Argumente wurden gebracht. „Wir sind nach Bergholz-Rehbrücke gezogen, weil dort die Welt noch in Ordnung ist und der Ort familienfreundlich,“ hieß es, „Jetzt finden wir keinen Kita-Platz für unser Kind und wenn es welche , sollen wir nach Saarmund fahren.“ Viele fühlten sich nicht ernst genommen, weil sie nun begründen müssten, warum sie nicht so gerne nach Saarmund in die Kita fahren wollen. Das sei auch nicht besonders ökologisch. Die Vertreterin der Linken Sybille Hofmann hatte einen schweren Stand. Sie war als Gemeindevertreterin gekommen, um den Antrag der Linken zu erklären, aber auch um zu hören, was die Eltern denken.“Wir können kein Geld drucken“ sagte sie und warb um preiswerte Lösungen.

Dass das Geld knapp ist, leuchtete den Eltern ein. „Aber gerade, wenn das Geld knapp ist, sollte man doch nicht dort investieren, wo die Investition nicht gebraucht wird“, sagte ein Vater und erntete großen Beifall. Ein gutes Schlusswort