Kommentar
Keine kluge Entscheidung
Rational kann man es nicht verstehen: 15 Bergholz-Rehbrücker Kinder sollen künftig täglich nach Saarmund gefahren werden und für 15 Kinder wird die "Akademie 2. Lebenshälfte" aus ihrem bescheidenen Büro verdrängt, das für Krippen- und Kindergartenkinder gar nicht geeignet ist. Gänzlich ignoriert werden die weiteren Kinder auf der Warteliste und auch die Bitte des renommierten Ernährungsinstituts, einige Plätze in der Rehbrücker KiTa für die Kinder junger Wissenschaftler zu reservieren.
Nein, diese sachwidrige Entscheidung einer Koalition aus CDU/Grüne, FDP und Linke ist nur als Trotzreaktion zu verstehen. Denn für ein einfaches "Stimmt, ich habe mich überzeugen lassen" fehlte wohl vor der Bürgermeisterwahl die Souveränität. Schließlich hatten mit Ute Hustig (Linke) und Rainer vom Lehn (CDU/Grüne) die führenden Politiker dieser Koalition schon über ein Jahr heftig gegen neue KiTa-Plätze gekämpft. Mit unterschiedlichsten Argumenten, die auch immer mal gewechselt wurden.
Erinnern Sie sich: Zuerst wurde bestritten, dass es überhaupt einen Bedarf für weitere KiTa-Plätze . Dann wurde ein Sonderausschuss zur Prüfung gebildet, der geheim tagte. Nach Herstellung der gesetzmäßigen Öffentlichkeit führte man am eigens gebildeten Sonderausschuss vorbei vertrauliche Gespräche mit einem möglichen "freien Träger" zu einem Neubau in Rehbrücke. Als sich dann herausstellte, dass dieser Träger doppelt so viele Plätze bauen müsste als gebraucht werden, schwenkte man wieder um. Die Kinder sollten den Ganztagesbereich der Grundschule in Saarmund belegen.
Und nun nach über einem Jahr des Hin und Hers wieder ein totaler Schwenk - diesmal aber mit Macht und Mehrheit. Selbst der Bürgermeister, die Fachverwaltung, die KiTa-Leiterinnen und die betroffenen Eltern konnten da nichts ausrichten.
Manchmal gehts halt auch in der Politik für Kinder zu wie bei Kindern: Gegen Trotz ist man manchmal machtlos!