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Schnappschüsse aus Nuthetal

11. Januar 2010

SPD Nuthetal wird 20 Jahre alt

GründungsurkundeGründungsausweisAm 11. Januar 1990 gründete sich die Ortsgruppe Bergholz-Rehbrücke der SDP - in einem privaten Wohnzimmer.

Mit dabei war Susanne Melior aus Langerwisch, heute Mitglied des Landtags und Kreisvorsitzende der SPD Potsdam-Mittelmark. Sie kümmerte sich seinerzeit als eine der ersten Sozialdemokratinnen der Region um die Bildung von Ortsverbänden.

Bilder: Gründungsurkunde, Mitgliedsausweis eines Gründungsmitglieds

 

Von den Anwesenden der Gründungsversammlung bekannten sich schließlich 10 Bürgerinnen und Bürger aus Bergholz-Rehbrücke zum SDP-Ortsverein und wählten ihrem ersten Sprecher. Weitere Bürgerinnen und Bürger, die an der Gründungsversammlung nicht teilnehmen konnten, stießen in den Wochen danach als Mitglieder hinzu.

Vor einer Mitgliedschaft musste aber eine wichtige Hürde genommen werden: Ein Aufnahmeantrag wurde nur angenommen, wenn dieser im Ortsverein einstimmig befürwortet wurde. Es galt zum einen der Gefahr zu begegnen, dass die junge Sozialdemokratische Partei vom noch aktiven undemokratischen System missbraucht werden könnte. Zum anderen waren bei vielen Mitgliedern die im alten System geschlagenen Wunden der beruflichen Diskriminierung und politischen Unterdrückung noch lange nicht verheilt. Und der Frust über das alte Mitläufertum saß tief. Die SDP wollte - anders als die "Blockflötenparteien" - neu beginnen. Vor diesem Hintergrund wurden vom SPD-Ortsverein zwei Mitgliedschaften beendet. Ein Mitstreiter entschloss sich schweren Herzens selbst, seine Mitgliedschaft niederzulegen, um für die SPD jeden Schaden zu vermeiden.

Noch heute sind vier Mitglieder der ersten Stunde in unserem Ortsverein ununterbrochen aktiv. Drei Gründungsmitglieder sind nach vielen aktiven Jahren für die Sozialdemokratie verstorben.


Weitere Bilder und Dokumente zur Gründung der Nuthetaler SPD finden Sie hier


Flugblatt "Statut der SDP"Die Gründung des heutigen SPD-Ortsvereins Nuthetal erfolgte nur drei Monate nach der Neugründung der Sozialdemokratischen Partei im Osten:

Nach der gefälschten Kommunalwahl im Mai 1989 und der zunehmenden Flucht insbesondere jüngerer Menschen aus ihrer Heimat wurde immer offenkundiger, dass sich die mit sozialistischem Anspruch gegründete DDR schon lange im politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bankrott befand. Der absolute Machtanspruch der SED konnte nur noch mit Lügen, einem Netzwerk von Spitzeln und einem System von Unterdrückung und Gewalt aufrechterhalten werden.

Gruppenbild SchwanteZunehmend begehrten aktive Menschen auf, die für einen freiheitlichen und demokratischen Staat eintraten. So auch Sozialdemokraten.

Am symbolträchtigen 200. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte durch die Französische Nationalversammlung, am 26. August 1989 veröffentlichten Martin Gutzeit und Markus Meckel einen Aufruf zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei in der DDR - ein damals illegaler und gefährlicher Angriff auf die diktatorische Herrschaft der SED und ihrer "Blockparteien".

Bereits wenige Wochen später hatte der Aufruf Erfolg: Während im Palast der Republik die Staatsmacht den 40. Jahrestag feiert und davor Demonstranten zusammengeprügelt werden, gründen im Pfarrhaus des Dorfes Schwante (Kreis Oranienburg) etwa 40 Oppositionelle noch unter den Bedingungen der Illegalität am 7. Oktober 1989 Gründung der SDP in Schwante (Oberhavel) die 'Sozialdemokratische Partei in der DDR.

Bilder: Gründungsurkunde, Gründungsstatut, AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung]


Mehr Informationen zur SDP-Gründung:

Broschüre

Broschüre

Internet

Deckblatt Zeitschrift Perspektive 21 (Link)

Deckblatt 20 Jahre SDP (Link)

wikipedia

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